Christina und die Brautkleider

Christina und die Brautkleider

Das passende Brautkleid und warum Size Zero auch nicht schöner ist. Wer einmal ein Brautmagazin aufgeschlagen hat, weiß dass es nicht nur unendlich viele (tolle) Kleider gibt sondern auch zu 99% anscheinend nur dünne, strahlende Bräute. Aber wer trägt denn heute noch alles Kleidergröße 34-36?

Die meisten angehenden Bräute wissen um ihre Weiblichkeit aber selten um ihre Schönheit. Dabei gibt es tolle Kleider, nicht nur in den vermeintlich perfekten Größen sondern auch jenseits der 40.

Viele namenhafte Hersteller lassen sich nicht lumpen und entwerfen wunderbare Träume aus Tüll, Organza, Spitze und Seide. Wie schade nur, dass nicht alle Brautmodengeschäfte diese auch auf Lager haben.

Ich weiß noch, als ich auf Brautkleidsuche war, nach dem ersten Flop im Laden habe ich schon bei der Terminabsprache nach den vorhanden Größen gefragt und bei dem Satz stolzen Satz „Wir führen sogar bis 42!“ gleich wieder aufgelegt. In 42 passe ich sicherlich nicht rein. Will ich auch nicht. Ich mag meine Kurven und ich mag mich.

In Brautladen Nummer 4 wurde ich nicht am Telefon freundlich belächelt als ich nach Größen jenseits der 42 fragte, sondern man offerierte mir gleich, dass man auch weit über die 48 hinaus noch Kleider auf Lager hätte, die ich gerne probieren kommen dürfte. Volltreffer also. Dachte ich. Wunder- wunderschöne Kleider hingen da aufgereiht in den Verkaufsräumen des Ladens und auch eifriges Personal stand gleich parat. Bevor ich aber auch nur den Hauch einer Chance bekam, eines dieser tülligen Träumchen genauer zu betrachten, bat man mich die Treppe hinab- da seien die Kleider für „starke Frauen“.

Aber ich wollte noch nicht das Handtuch werfen, schließlich können ja nicht alle Kleider oben und repräsentativ ausgestellt werden. Frohen Mutes gingen wir also die Treppe runter, in freudiger Erwartung weiterer Tülllagen, Organzaröcken und Spitzenkleidchen. Unten angekommen folgte recht schnell Ernüchterung. Drei Modelle- dafür aber bis Größe 60!

Modell eins, wahrscheinlich aus den 80zigern. Riesige Puffärmel, glänzende Seide und Herzausschnitt, zweites Modell- eine klassische A-Linie, ohne viel Schnickschnack und zuletzt Modell Nummer drei- ach da reden wir besser nicht drüber.

Keines der Kleider hatte etwas damit zu tun was oben zu sehen war.

Ich bin also ohne ein Brautkleid nachhause gegangen, dafür aber mit einem dicken Knoten im Magen.

Eine Diät muss also her, dachte ich. Sonst muss ich in einem 80iger Jahre- Kleid heiraten.

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Teil 2 dann nächsten Dienstag!